Energizer gegen Mittagstief

Erstsemester-Einführungstage am Institut für Informationswissenschaft

von Annika Schmidt (Tutorin)

Am 08. und 09. Oktober fanden die Einführungstage für die neuen Erstsemester des Studienfachs Bibliothekswissenschaft statt. Im Rahmen des Workshops für „gute Gruppenarbeit“ betreuten 8 Tutoren die rund 75 neuen Studierenden. Ich selbst leitete den Workshop nun bereits zum dritten Mal und wollte etwas Neues ausprobieren. Da es nach meiner Erfahrung nach der Mittagspause immer etwas zäh anläuft, entschied ich mich für die sogenannten Energizer, oder auch Aktivierungsspiele. Bei diesen Aktivierungsspielen sollte immer die Interaktion der Teilnehmer im Vordergrund stehen und dabei können sie in allen Bereichen der Seminararbeit eingesetzt werden. Sie können zum Kennenlernen, um die Aufmerksamkeit zu steigern oder um den Abschluss motivierend zu gestalten, eingesetzt werden. Dabei sollen die Spiele kurz sein, also nur etwa 10 Minuten dauern und sind für Gruppen ab etwa 10 Teilnehmern gut geeignet. Außerdem sollen die Energizer Spaß machen und die Gruppe zusammenwachsen lassen. Ziel ist es, die Bewegung zu fördern und Ermüdungserscheinungen entgegenzuwirken. Sie können auch eingesetzt werden, um den Kopf für das nächste Thema freizumachen.

Sehr aktivierend war auch die Waffelaktion der IWS-Fachschaft während der Erstsemester-Rallye durchs Haus

Sehr aktivierend war auch die Waffelaktion der IWS-Fachschaft während der Erstsemester-Rallye durchs Haus

Es gibt ganz verschiedene Aktivierungsspiele zur Auswahl. Ich wählte für meine Gruppe das Reaktionsspiel „Duell“. Dabei stehen die Spieler im Kreis, ein Spieler steht in der Mitte. Der Spieler in der Mitte bewegt sich innerhalb des Kreises und kann jederzeit einen Spieler aus dem Kreis zum „Duell“ herausfordern (mit entsprechender Pistolen-Geste). Der herausgeforderte Spieler muss sofort in die Hocke gehen, woraufhin die Spieler rechts und links von ihm mit einer Pistolen-Geste aufeinander schießen (begleitet von einem begeisterten „Peng“). Sollte einer der drei Spieler nicht richtig auf das Duell reagieren, muss er selber in die Mitte.

Ich versammelte meine Gruppe nach der Mittagspause im Freien und ließ sie sich im Kreis aufstellen. Derweil erläuterte ich die Spielregeln und machte es ihnen vor. Danach spielten wir etwa 10 Minuten und kehrten in unseren Raum zurück, um mit dem Workshop fortzufahren. Natürlich ist es aber auch möglich, die Energizer in einem Raum mit entsprechender Größe durchzuführen.

Zum Ende des Workshops hin befragte ich meine Gruppe zu ihrer Meinung. Dabei kam heraus, dass die Energizer 7 von 9 Teilnehmern gefallen haben. Ein Teilnehmer gab an, dass er Spiele dieser Art generell nicht mag. Ein anderer hingegen lobte das Spiel und sagte, dass es ihm Spaß gemacht und er die Gruppe besser kennengelernt habe.

Meiner Meinung nach, hat das Aktivierungsspiel seinen Zweck also vollkommen erfüllt. Im Vergleich zu den Jahren davor, in denen ich sie nicht eingesetzt habe, kam mir meine Gruppe ausgelassener und wacher vor. Sie konnten sofort mit dem nächsten Thema starten, während die Teilnehmer in den Jahren zuvor etwas müde wirkten. Auch wenn das Spiel zwei Teilnehmern nicht so gut gefallen hat, so sagten sie doch, dass sie es nicht schlimm fanden. Deshalb würde ich die Energizer weiterhin nutzen und auch weiterempfehlen.

Wem der Energizer „Duell“ nicht zusagt oder wer mehr als ein Aktivierungsspiel in sein Seminar einbauen möchte, kann sich aus einer großen Auswahl weitere Aktivierungsspiele aussuchen. Ein weiteres wäre „Bippety Bop“. Wieder stehen die Spieler in einem Kreis. Die Person in der Mitte (Spieler A) zeigt auf eine Person (Spieler B) und spricht anschließend die Phrase „Bippety-Bippety-Bop“ aus. Spieler B muss nun möglichst rasch mit der Phrase „Bop“ antworten. Schafft B das, bevor A seine (längere) Phrase ausgesprochen hat, bleibt alles beim Alten. Antwortet B jedoch nicht, zu spät, oder mit einer anderen Phrase als „Bop“, kommt B in die Mitte und A nimmt Bs bisherigen Platz im Kreis ein. Spieler A kann als zweite Phrase auch „Bop“ sagen, dann darf B überhaupt nicht reagieren. Reagiert er doch, muss B in den Kreis.

Eine weitere Möglichkeit ist der Energizer „bis 20 zählen“. Hierbei sollen die Teilnehmer bis 20 zählen. Die Reihenfolge der antwortenden Teilnehmer ist aber nicht festgelegt. Sobald zwei Teilnehmer die gleiche Zahl nennen, wird das Spiel von vorne begonnen.

Bei „Mond und Satellit“ geht es hingegen noch etwas wilder zu. Die Gruppe bildet wieder einen Kreis und jeder Teilnehmer sucht sich im Stillen eine andere Person als ihren „Mond“ aus. Zugleich ist jeder Teilnehmer auch ein „Satellit“. Wenn der Spielleiter sagt, dass es losgeht, müssen die „Satelliten“ versuchen, ihren „Mond“ so schnell wie möglich dreimal zu umrunden. Dieses Spiel sorgt durch Chaos für Spaß und ein gestärktes Gruppengefühl.

Die möglichen Aktivierungsspiele sind schier endlos. Jeder Seminarleiter muss letztendlich selbst entscheiden, welcher Energizer zu ihm und zu seiner Gruppe passt. Auch spielen die räumlichen Begebenheiten eine Rolle. Aber auf jeden Fall lockern diese Spiele Runden auf und sorgen dafür, dass der Kreislauf in Gang gebracht wird.

Unter „Aktivierungsspiele für Erwachsene“ zeigt Google über 1200 Fundstellen. Tipps und eigene Erfahrungen sind willkommen.