Hyper, Hyper! Das Berufsfeld der Online-Redakteure

„Hypertext“ heißt die Lehrveranstaltung, die ich im Sommersemester 2015 in der ProfiL2-Woche für die Erstsemester im Studiengang Online-Redakteur angeboten habe.

Ich mache diese Lehrveranstaltung schon seit einigen Jahren, aber als Projektblock in der ProfiL²-Woche war das eine Premiere. Die 60 Studierenden sollten den Stoff aus der Lehrveranstaltung erlernen und zugleich das Berufsfeld Online-Redakteur erkunden. Hierfür habe ich zur Analyse und Optimierung Website-Beispiele von Unternehmen ausgewählt, bei denen unsere Absolventinnen und Absolventen arbeiten.

Das heißt: Social Media Manager bei Bayer Agrar Deutschland, Online-Journalistinnen bei rp-online und Kölner Stadt-Anzeiger, Web-Redakteure bei Nexum, Jungmut und denkwerk, User Experience Designer bei Razorfish, Yello Strom, Content-Managern bei dem DLR, Mediakraft und Vevo .

Diese Websites wurden analysiert, geprüft und hinsichtlich der Hypertext-Grundlagen optimiert. Sprich: Was ist Konsistenz hinsichtlich des Wordings, der Benutzung und der visuellen Darstellung? Wie fungieren Teaser im elektronischen Hypertext? Welche Hypertext-Strukturformen haben Websites usw. Ich arbeite hier viel mit Website-Beispielen. Sowohl im Vorlesungsteil als auch in den Übungen und der Modulprüfung.  Optimierungsbedarf gibt es da eigentlich pausenlos. Ich bin immer wieder überrascht, zum Beispiel wenn selbst die Tagesschau-Eilmeldung bei Twitter nicht auf die Meldung einen Deeplink setzt, sondern nur die Startseite verlinkt.

Zurück zur ProfiL2-Idee: Was lief gut, was lässt sich verbessern? Zunächst einmal bin ich sehr begeistert von den Lernergebnissen und dem Einsatz der Studierenden. Sie haben an allen Tagen engagiert teilgenommen und ihre Lernziele erreicht. Prima vista machen die Ergebnisse der Modulprüfung, die ich direkt am Ende der ProfiL²-Woche angesetzt habe, einen guten Eindruck. Außerdem wurde ich toll unterstützt von drei Tutorinnen und Tutoren aus dem 3. Semester, ohne deren Arbeit mit Sicherheit diese Veranstaltung so hätte nicht gelingen können.
Raum zur Verbesserung bietet der Projektcharakter der Lehrveranstaltung, der ja eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Da hatten wir im Studiengang in den vergangenen Jahren bessere Ideen, zum Beispiel bei dem Webwissenschaft-Projekt hier.

Auch lag dieses Mal der Schwerpunkt noch zu sehr in der Vermittlung von Stoff und Einzelarbeiten bei Studierenden. Für uns im Studiengang Online-Redaktuer sind 60 (statt bisher 30) Erstsemester noch eine neue Situation. Deshalb musste ich einen Vorlesungsteil einbauen, den ich früher nicht hatte. Gruppenarbeiten und projektbasiertes Arbeiten konnte ich kaum implementieren. Das werde ich sicher beim nächsten Mal überdenken.

Auch plane ich, die Alumni, deren Websites wir auf Herz und Nieren geprüft haben und für deren Web-Angebote von den Studierenden Optimierungsvorschläge entwickelt wurden, beim nächsten Erstsemesterprojet persönlich einzubeziehen. Hier sehe ich die Möglichkeit, Projektgruppen zu bilden, die zu den Alumnis im Vorfeld der Projektwoche Kontakt aufnehmen und die zum Beispiel die Ergebnisse der Hypertext-Analysen den Online-Profis präsentieren und diskutieren.
Fazit: Optimierungsmöglichkeiten gibt es immer, auch bei uns.

Ein Erfahrungsbericht von Prof. Dr. Konrad Scherfer

 

Kommentare zu “Hyper, Hyper! Das Berufsfeld der Online-Redakteure

Kommentieren ist geschlossen.