InGeno – Erstellung von Softwarelösungen für Genogramme

Worum geht es im Projekt?

InGeno ist ein kooperatives Projekt der Fakultät 10 – Campus Gummersbach – der Fachhochschule Köln und der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Das Projekt orientiert sich dabei eng an den Zielsetzungen von Profil² durch eine Projektorganisation mit festen Meilensteinen aber offener, erst durch die Studierenden festzulegender Vorgehensweise, ein leicht wiederverwendbares Veranstaltungskonzept, interdisziplinäre Arbeit und individuelle Beratung angepasst an das Vorgehen und die Entscheidungen der studentischen Arbeit. Das Ziel ist eine Softwarelösung, welche die Tätigkeit im systemischen Beratungsprozess unter Einsatz von Genogrammen effektiver, effizienter und zufriedenstellender gestaltet. Um dies zu ermöglichen ist ein Verständnis über den Anwendungskontext und die eigentliche Arbeit von systemischen Beratern notwendig. Zu diesem Projekt wurden erfahrene Experten aus unterschiedlichen Domänen der systemischen Beratung eingeladen. Sie erklärten sich dazu bereit ihre individuelle Arbeit vorzustellen, zu diskutieren, dokumentieren und schlussendlich analysieren zu lassen.

Mit bewährten und modernen Methoden des Softwareentwicklungsprozesses wurde im Wintersemester 2014/15 ein reichhaltiger Fundus bestehend aus Analysen, Entwürfen, Anforderungen, Problemlösungen und Prototypen erstellt. Am Projekt InGeno beteiligten sich im Wintersemester 35 Studentinnen und Studenten an der reinen Projektarbeit und weitere 5 Studierende auf organisatorischer und administrativer Ebene.

Um diese Arbeit zu ermöglichen wurde der menschzentrierte Gestaltungsansatz nach DIN-ISO 9241-210 unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit nach DIN-ISO 9241-11 und den Grundsätze der Dialoggestaltung nach DIN-ISO 9241-110 insoweit erweitert, dass die Prinzipien „Partnership“ und „Apprenticeship“ nach Beyer und Holtzblatt in das Vorgehen der Studierenden eingebunden wurde. Auf diesem Wege entsteht eine enge Verbundenheit zwischen der Empathie für die Bedürfnisse und Arbeitsweisen der systemischen Berater und der Bedeutung der Einbindung von Experten und potenziellen Nutzern in das Softwareentwicklungsteam. Vor diesem Hintergrund ist es möglich zwei unterschiedliche Fachbereiche vor ein gemeinsames Problem zustellen und gleichzeitig ihre individuellen Fachkenntnisse zu schulen.

Genogrammerstellung2

Resümée und Weiterführung

In der letztendlichen Evaluation der Veranstaltung wurde das Projekt von allen Beteiligten als sehr positiv beurteilt. Insbesondere die Kooperation mit einem fremden Fachbereich und die Manifestation eines „Wir“-Gefühls wurden von den Studierenden hervorgehoben. Die Beteiligung von erfahrenen Beratern aus der systemischen Beratung lieferte den notwendigen Realitätsbezug aus denen beide Fachbereiche profitieren konnten. Von Veranstaltung zu Veranstaltung konnte eine Festigung im Vorgehen der Studierenden festgestellt werden. Ausgehend von einer Situation die Unsicherheit für die Studierenden mit sich brachte (bedingt durch die erstmalig von ihnen geforderte Rolle des Fachexperten), hin zu einer vollkommen selbstständigen und fundierten, projektorientierten Tätigkeit

Das Lehrprojekt InGeno wird im aktuellen Sommersemester 2015 fortgesetzt und bleibt dabei der starken Integration studentischer Fachexperten und Erfahrenen systemischen Beratern innerhalb des Projekts treu. Bedingt durch das hohe Interesse an einer angemessenen Softwarelösung ist es uns auch im aktuellen Sommersemester möglich Fachexperten in die Evaluation und Diskussion der Ergebnisse einzubeziehen.