„Meere und Ozeane: Entdecken, Nutzen, Schützen“ – Interdisziplinäre Projektwoche – Großprojekt (IPWG) an der TH Köln im WiSe 2016/17

Vom 21. bis 25. November 2016 fand an der TH Köln die Interdisziplinäre Projektwoche – Großprojekt (IPWG)  zum Thema des aktuellen Wissenschaftsjahres: „Meere und Ozeane: Entdecken, Nutzen, Schützen“[1] statt.

1. Aufgabe

560 Studierende aus zehn Fakultäten, aufgeteilt in 35 interdisziplinär besetzte Gruppen, entwickelten verschiedene, an das Oberthema angelehnte Projektideen. Die konkrete inhaltliche Ausrichtung oblag der jeweiligen Gruppe mit der Maßgabe, einen fächerübergreifenden Ansatz zu wählen. Das Konzept musste in einer schriftlichen Dokumentation in deutscher oder englischer Sprache mit einem zulässigen Gesamtumfang von fünf DIN A4 Seiten dargelegt werden. Parallel sollten die Arbeits- und Lernprozesse individuell kritisch reflektiert, dokumentiert und abschliessend gemeinsam präsentiert werden. Zur Anleitung und Unterstützung der Reflektion stand jeder Gruppe während der gesamten Woche ein Tutor zur Verfügung.

Ziel war die Fokussierung auf die Bedeutung und die Funktion interdisziplinärer Arbeitsprozesse. Die Teilnehmer sollten üben, in heterogenen Teams zu agieren und Entscheidungen zu treffen, sowie Verständnis für die Methoden und Denkweisen anderer Disziplinen zu entwickeln und über die eigenen Fachgrenzen hinaus zielgerichtet zu kommunizieren und zu arbeiten.

 

2. Ablauf

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 21.11. erhielten die Teilnehmer nicht nur den Arbeitsauftrag, sondern wurden darüber hinaus im „Dialog der Disziplinen“ von Referenten aus verschiedenen Fachbereichen in unterschiedliche Aspekte des Themenbereichs eingeführt. Für Impulse sorgten folgende Vorträge:

Prof. Dr. Boris Braun (Geographisches Institut, Universität zu Köln):
Konsum im Norden – Probleme für Küstenräume im Süden? Eine Perspektive der Wirtschaftsgeographie.

Anna Tötter (Heinrich Böll Stiftung Nordrhein-Westfalen):
Der Schutz der Meere als gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Verschmutzung, Konsequenzen & Lösungen.

Prof. Dr. Clemens Simmer (Metereologisches Institut, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn):
Wie beeinflussen wir die Ozeane und wie beeinflussen die Ozeane unser Wetter und Klima?

Prof. Dr. Jürgen Kusche (Institut für Geodäsie und Geoinformation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn):
Anstieg des Meeresspiegels – Ursachen und Folgen.

Dr. Udo Nehren (Institute for Technology and Resources Management in the Tropics and Subtropics, TH Köln):
Ökosysteme in tropischen und subtropischen Gebieten: Küstendünen – Mittler zwischen Land und Meer.

Prof. Dr. Lars Ribbe (Institute for Technology and Resources Management in the Tropics and Subtropics, TH Köln):
Sustainable Development Goals.

Videos mehrerer Vorträge finden Sie unter http://profil2.web.th-koeln.de/dialog-der-disziplinen/

 

Nach der anschliessenden Gruppenzuordnung starteten die Studierenden in die Projektarbeit. Flankiert wurden die selbst organisierten Arbeitsphasen von zwei verpflichtenden Beratungsterminen. In der Projektberatung am 22.11. erhielten Vertreter jeder Arbeitsgruppe die Möglichkeit, im Plenum Fragen rund um die schriftliche Dokumentation an ein Gremium aus Professoren und Organisatoren zu richten. Eine erste fachliche Beurteilung erfolgte während des Zwischenberichts am 23.11. Alle Mitglieder jeder Gruppe erläuterten ihrem Gutachterteam gemeinsam in einem etwa dreißigminütigen Gespräch die bis dahin erarbeiteten Ideen und Konzepte.

Den Abschluss bildeten die zweigeteilten Prüfungen am 25.11. Im ersten Teil präsentierte jede Gruppe in einer dreiminütigen Kurzvorstellung ihre Projektidee und erhielt anschließend ein Feedback ihres Gutachterteams. Den zweiten Teil stellte ein dreißigminütiges Reflektionsgespräch auf Basis einer selbstgewählten Darstellungsform des Gruppenarbeits- und Lernprozesses dar.

 

3. Ergebnisse

Die Projektgruppen wählten zahlreiche unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema und die Aufgabe. Ihre Ideen decken ein breites Spektrum ab und reichen von Informations- und Aufklärungskampagnen zur Abfallvermeidung über die Entwicklung und den Vertrieb alternativer Verpackungen bis hin zu appgestützten Informationssystemen zum ressourcensparenden Konsumverhalten oder der Weiterentwicklung verpackungsfreier Supermärkte.

Im Folgenden werden zwei ausgewählte Beispiele vorgestellt.

 

3.1. Die Umweltkampagne „Make the Ocean clean again“ der Organisation Ocean’s Thirteen.

Die Projektgruppe 4,[2] bestehend aus Vertretern der Disziplinen Erneuerbare Energien, Integrated Design, Pharmazeutische Chemie sowie Produktion und Logistik, widmete sich als fiktive Organisation Ocean’s Thirteen dem Problem der Umweltbelastung durch Plastiktüten. Ausgehend von der Feststellung, dass Plastikmüll einer der Hauptverschmutzungsfaktoren der Ozeane ist und Plastiktüten 40% des Plastikabfallaufkommens in den Meeren darstellen, konzipierte sie eine Kampagne zur Reduktion des anfallenden Plastiktütenmülls. Ihr Hauptanliegen ist es, anhand breitgefächerter Informations- und Bildungsangebote über Social-Media-Kanäle und in Schulen ein Problembewusstsein zu schaffen und davon ausgehend eine Veränderung des Konsumverhaltens anzustoßen. Die praktische Umsetzung soll unter anderem durch die Organisation eines Prämiensystems erfolgen, welches den Gebrauch wiederverwendbarer Stoffbeutel beim Einkauf belohnt. Wie diese Beutel genau aussehen und wie das System konkret funktionieren könnte, erfahren Sie im folgenden Video und dem verlinkten Projektbericht.

 

Den Projektbericht der Gruppe 4 finden Sie unter IPWG_WS16-17_Projektbericht_Projektgruppe 4

 

3.2. Unser Pappbecher. Ein Problem „to go“!

Die Projektgruppe 25,[3] bestehend aus Vertretern der Disziplinen Pharmazeutische Chemie, Produktion und Logistik, Maschinenbau und Architektur griff ein auch an der TH Köln sehr präsentes Alltagsprodukt auf: Den Pappbecher. Alleine an unserer Hochschule werden ihren Angaben zufolge etwa 8.000 Pappbecher pro Tag verbraucht. In Deutschland sind es jährlich etwa 3.000.000.000. Die Herstellung ist aufwendig und ressourcenintensiv. Erst durch eine augeklügelte Kombination aus Zellulose und Kunststoffen werden die Becher für ihren Verwendungszweck nutzbar. Nach einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von zwölf Minuten werden sie bereits entsorgt. Der daraus resultierende Abfall ist aufgrund seiner Materialkombination schwierig zu receyceln und stellt eine erhebliche Umweltbelastung dar. Um dieser Problematik zu begegnen, hat die Projektgruppe konkrete Alternativvorschläge erarbeitet.
Welche das sind, erfahren Sie im folgenden Video und dem verlinkten Projektbericht.

Den Projektbericht der Gruppe 25 finden Sie unter IPWG_WS16-17_Projektbericht_Projektgruppe 25

 

 


[1] Informationen zum Wissenschaftsjahr 2016/2017 finden Sie unter www.wissenschaftsjahr.de/2016-17/

[2] Mitglieder Projektgruppe 4: Eduard Berschauer, Laura Bienik, Hendrik Bogart, Isabelle Dannert, Lisa Daughtrey, Anna-Lena Derksen, Hawa Diallo, Thomas Fortmeier, Alexander Gelhorn, Vinzent Gerl, Tim Hartmann, Kristina Winn, Veronika Wlodarkiewicz.

[3] Mitglieder Projektgruppe 25: Vera Ackermann, Belgin Akdogan, Kathrin Bensberg, Niklas Hampel, Tobias Haupt, Johanna Helmes, David Hirtschutz, Raoul Höller, Mike Humbach, Patrick Pasing, Fabian Pütz, Marcel Projahn, Gereon Radomski, Tobias Voges.