Neues Veranstaltungskonzept „Vertiefung deutsche Kulturraumstudien“

Studierende des 4. Semester im Studiengang Mehrsprachige Kommunikation können im 4. Semester die Veranstaltung „Vertiefung Kulturraumstudien Grundsprache“ auswählen. Dieses Semester haben die Lehrenden Cornelia Dahmer und Ulrike Meyer die Veranstaltung kompetenzorientiert konzipiert. Mitintegriert war auch die ProfiL²-Projektwoche.

Die Studierenden hatten sich im Rahmen des Themenfeldes „Deutscher Kulturraum“ (hier Hauptstadt Berlin) in interner Abstimmung auf das Thema „Medienlandschaft Berlin“ geeinigt. „: Um für das gewählte Thema eine Strukturierung anzubieten, wurde zunächst im Lehrvortrag die Definition des Begriffs „Medium“ wiederholt und vertieft und ein Überblick über die Vielfalt der deutschen und speziell der Berliner Medienlandschaft gegeben. Über Ilias wurde zudem eine Literatur- und Linkliste zum Thema zur Verfügung gestellt.

Ihre Aufgabe war es zunächst, den theoretischen Bezugsrahmen, der ja sehr komplex ist und viele mögliche Unterthemen umfasst, herunterzubrechen auf praktische Aktivitäten. Die Umsetzung dieser praktischen Aktivitäten war sodann zu planen und ihre Durchführung zu organisieren.

Der nächste Schritt bestand in der praktischen Ausgestaltung. Hier wurden Elemente des Eventmanagements erlernt: Kontaktaufnahme, inhaltliche Abstimmung mit den Anbietern, Buchung, Integration in einen Gesamtablaufplan der Exkursion, Wegbeschreibung usw.

Zur inhaltlichen Vorbereitung der Gesamtgruppe auf das jeweilige Unterthema mussten pro Team Einführungen gegeben werden. Dies geschah teilweise mit PowerPoint-Präsentationen im hosteleigenen Seminarraum, teilweise unmittelbar vor der jeweiligen Aktivität, teilweise (leider) auch erst nach der Exkursion.

Zusammenfassend können als „Learning Outcomes“ genannt werden:

Die Studierenden lernten Methoden der Ideenfindung, des Projekt- und Eventmanagements, indem sie selbständig und im Team Aktivitäten planten, inhaltlich vorbereiteten und durchführten, um später in der Lage zu sein, vergleichbare Aufgaben zu bewältigen. Soweit wir das bis jetzt beurteilen können, wurden diese Ziele erreicht.

Was lief gut:

Soweit für uns erkennbar, arbeiteten die (meisten) Teams sehr gut zusammen. Die Stimmung unter den Studierenden war sehr gut, es waren auch keine Ausfälle zu verzeichnen; an allen Aktivitäten nahmen alle Studierenden teil. Für uns Dozentinnen war es interessant zu erleben, wie sich die anfänglich zögerliche Haltung der Studierenden von Woche zu Woche zu einer aktiv gestaltenden entwickelte.

Das Teamteaching hat uns nicht nur zu genauer und frühzeitiger Planung gezwungen, sondern uns auch die Chance geboten, eigene Ideen jeweils noch einmal zu hinterfragen und zusätzliche Anregungen zu erhalten.

Welche Probleme gab es:

– Das Hostel war in punkto Service und Sauberkeit wohl nicht optimal. Auch die lange Busfahrt kostete zu viel Zeit, die in Berlin besser hätte genutzt werden können. Deshalb haben die Studierenden vorgeschlagen, beim nächsten Mal auch die Fahrt und Unterbringung durch eine studentische Gruppe organisieren zu lassen.

– In punkto Projektmanagement gab es bei zwei Gruppen Probleme: Die „Social-Media“-Gruppe fand, trotz intensiver Bemühungen, keine Gesprächspartner, die bereit waren, sich mit uns zu treffen und sich unseren Fragen zu stellen. Hier hätte frühzeitig auf ein anderes Unterthema umgeschwenkt werden sollen. Die „Theater“-Gruppe hatte großes Pech: Am Tag vor dem vereinbarten Workshop bzw der Theateraufführung gab das Maxim-Gorki-Theater bekannt, dass sämtliche Aufführungen des Tages ausfallen. Es existierte kein „Plan B“. Glücklicherweise konnten wir auf ein Ersatz-Angebot des Theaters zurückgreifen: Eine politische Diskussionsveranstaltung im Theater, die sich dann doch noch gut in unser Programm einfügte: Als reine Live-Veranstaltung mit weniger prominenten Gästen konnten wir sie als Gegenmodell zur TV-Talkshow „Anne Will“ verstehen, die ebenfalls Teil des Programms war.

– In punkto Eventmanagement ist anzumerken, dass die Tage sehr stark verplant waren. Es gab keine Ruhezeiten und Raum für Freizeit und Erholung.

Was noch ansteht

Für die zweite Hälfte des Semesters steht nun noch die Erarbeitung der Wiki-Beiträge aus, die Grundlage der Bewertung und Benotung sein sollen. Ein Kriterienkatalog zur Bewertung des Wikis wurde bereits vor der Fahrt bekanntgegeben, damit die Studierenden auch vor Ort Material sammeln können. Die Studierenden empfinden das als belastende Zusatzaufgabe, nachdem sie schon viel in diese Lehrveranstaltung investiert haben.

Als Verbesserungsvorschlag wäre hier anzumerken, dass man von Anfang an auf den prozessualen Charakter der Erstellung von Wiki-Beiträgen hinweisen sollte. Schon während der inhaltlichen Vorbereitung und erst recht in Berlin selbst hätten ja schon Texte und Fotos in das Wiki hochgeladen werden können. Dann wären jetzt nur noch eine Abrundung des Beitrages, sowie die Ergänzung der Quellen notwendig gewesen.

Unsere eigene Bewertung

Insgesamt sehen wir das Experiment als gelungen an. Natürlich kann noch einiges verbessert werden (siehe o.g. Anmerkungen). Uns hat das Engagement und der Arbeitseifer der Studierenden begeistert, ebenso wie die vielen ungewöhnlichen Ideen, die die Studierenden (teilweise) erfolgreich umgesetzt haben. Eine davon konnte man übrigens im Fernsehen bewundern: Unsere Studierenden sind bei der Ausstrahlung der Anne-Will-Talkshow am 20.5. deutlich zu sehen!

 Ein Artikel von Cornelia Dahmer und Ulrike Meyer

Kommentare zu “Neues Veranstaltungskonzept „Vertiefung deutsche Kulturraumstudien“

  1. Ich finde es schön, dass Sie auch die Probleme schildern, die dabei entstanden sind. Aus diesen Problemen lernt man auf jeden Fall dazu im Fall der Fälle einen Plan B bereit zu haben.

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